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Geschrieben am 7.10.2009 um 20.22 Uhr
In einem Kommentar zu meinem Artikel "Droge Dampf" bat mich Arndt, ihm einen Tip zu geben, wie ein Dampflokmodell standesgemäß zu fotografieren sei.

Das Beispiel dieses Lokmodells möchte ich zum Anlass nehmen, ein paar Anmerkungen über Foto- bzw. Aufnahmetechnik zu machen, die auch in ähnliche Bereiche der Fotografie übertragen werden können.

Wenn das Modell standesgemäß abgelichtet werden soll, wäre es m. E. am besten auf einer Modelleisenbahn oder einem Diorama untergebracht.

Der Bildaufbau sollte dabei möglichst realitätsnah sein. Er könnte so oder ähnlich aussehen, wie auf diesem Bild einer echten Dampflok:

www.holger-rass-photographie.de/bilder/lok.jpg

Steht keine Anlage zur Verfügung, könnte man die Lok mit nach draußen nehmen und so fotografieren, dass Landschaft o. ä. im Hintergrund zu sehen ist. Dabei kann man seiner Kreativität freien Lauf lassen.

Beliebt sind z. B. Aufnahmen, bei denen das Modell auf einer echten Eisenbahnschiene steht (stillgelegte Bahnstrecken sind dabei aus verständlichen Gründen zu bevorzugen ;o))

Als drittes bietet sich (vor allem für "Photoshopper") die Fotomontage an:

Lok vor stark unscharfem Hintergrund, der einen möglichst hohen Farbkontrast zum Motiv aufweist (in dem Fall vermutlich weiß), aufnehmen, freistellen und in ein geeignetes Bild montieren.

Hat zwar auch mit Kreativität zu tun, aber hier ist natürlich zusätzlich ein gewisses Maß an Kenntnissen und Erfahrung in Bearbeitungstechnik notwendig.

Soll das Bild einen eher sachlichen Charakter aufweisen, z. B. für den Verkauf der Lok (ibäh:-), würde ich sie einfach vor neutralem Hintergrund von allen Seiten aufnehmen.

Dabei steht die technische Qualität, vor allem die Bildschärfe, im Vordergrund, da Interessenten bei solchen Artikeln meist schon im Vorfeld möglichst auch kleinste Details sehen wollen.

Für Aufnahmen, bei denen es auf gestochen scharfe Wiedergabe ankommt, verwende ich ein TAMRON SP f:2,5/90mm Tele/Makro-Objektiv aus den 1980ern.

Die Linse hat damals etwa 600 DM gekostet und kann mit ihrer Abbildungsleistung auch heute noch mit Objektiven mithalten, die jenseits der 600 Euro-Grenze liegen.

Für besonders hohe Abbildungsmaßstäbe kann man einen Konverter zwischenschalten, der ausschließlich für dieses Objektiv gerechnet wurde. Dabei gehen zwar 2 Lichtwerte verloren, durch ein speziell geebnetes Bildfeld wird die Abbildungsleistung jedoch nicht nennenswert beeinträchtigt.

Ein Bild eines etwa daumennagelgroßen Insekts (Wanze?), das ich mit dieser Kombination aufgenommen habe, kann unter

www.holger-rass-photographie.de/bilder/m7.jpg

angesehen werden.

So, das war mal etwas Fototechnik.

Vielleicht konnte ich mit meinem Beitrag dieses Forum ein wenig beleben.

Ich bin leider nicht "allwissend", werde aber stets bemüht sein, alle Fragen, die hier auftauchen, ausführlich und nach bestem Wissen und Gewissen zu beantworten ;o))

Gruß Holger

Geändert am 8.10.2009 um 0.27 Uhr
Geschrieben am 7.10.2009 um 22.16 Uhr
Hab plötzlich Lust gehabt zu basteln ;-)


Das Ergebnis ist dort zu sehen > http://lokipan.deviantart.com/gallery/#Nur-so-zum-Spass


Gruß Katja

Geschrieben am 8.10.2009 um 23.11 Uhr
Ganz schön "großspurig", die kleine Lok, und der kleine Igel ist sich hoffentlich spätestens dann seiner Herkunft bewusst, wenn seine "Geschwister" flügge werden ;o))

Das Freistellen ist bei solchen "Basteleien" ja meist das, was am längsten aufhält. Aber wenn eine Montage einigermassen glaubwürdig aussehen soll, nehme ich mir die Zeit. Photoshop CS4 bietet recht gute Freistellungswerkzeuge.

Welches Bildbearbeitungsprogramm verwendest du?

Geschrieben am 8.10.2009 um 23.34 Uhr
Hallo Holger

Also welche Programme verwende ich ...mal nachschauen.
Zuerst mal die die so bei den Kameras dabei waren.
Oder sowieso auf den meisten PC´s vorhanden sind.

Paint - hat ja fast jeder.

Unlead Photo Explorer - war glaub ich bei meiner Jenoptik dabei.

Kodak EasyShare - war bei der Kodak meiner Tochter dabei.

Digital Photo Professional - war bei der Canon dabei.

Adobe Photoshop LE , eine eingeschränkte Version die schon auf dem Rechner war.Und für die ich leider zu oft keine Geduld habe herauszufinden wie ich was machen kann und ob oder warum gerade dieses oder jenes nicht vorhanden ist...

Gruß Katja

Geschrieben am 12.10.2009 um 0.20 Uhr
Hallo

Kleiner Spaßtipp für "Geisterbeweisfotos".

Habt ihr schon mal einen "Geist" fotografiert?

Ist ganz einfach, wenn man eine Kamera hat bei der man die Belichtungszeit und die Blende selber bestimmen kann. .

Einfach den Fotoapparat auf einen festen Platz legen oder ein Stativ benutzen, sonst verwackelt das Bild.
Es sollte nicht zu hell , muss aber auch nicht ganz dunkel sein.
Belichtungszeiten über 20sec sind gut geeignet, dann sind die Bewegungen der Person die den Geist spielt, später nicht so sichtbar.
Die Blende sollte möglichst über 11sein, da so der Bereich größer ist der scharf abgebildet wird.
Wichtiger ist aber das die Blende zur Belichtungszeit passt.
Jetzt am besten den Selbstauslöser einstellen, dann verwackelt man beim Auslösen nicht aus Versehen.

Jetzt muss man ausprobieren wie die Person am besten aus dem Bild verschwinden kann. Stolperfallen sollte es nicht geben, denn je schneller, die Person aus dem Motivbereich geht, je weniger Spuren wird es auf dem Bild geben.
Wenn alles vorbereitet ist, platziert man die Person, die den Geist spielt und sie bleibt etwa die Hälfte der Belichtungszeit ganz still auf ihrem Platz, dann geht sie sehr schnell aus dem Motivbereich.

Auf dem fertigen Bild sollte man jetzt eine verschwommene, durchscheinende Person erkennen , während die Umgebung relativ scharf abgebildet ist.

Hier ein Beispiel http://lokipan.deviantart.com/art/Ein-Geist-am-Opfertisch-139963093

Wer die Person nicht verschwommen auf dem Bild haben möchte , kann mit langen Belichtungszeiten und dem Blitz tolle Ergebnisse erzielen.
Den Blitz so einstellen, dass er am Anfang losgeht, dann muss der "Geist" nur nach dem Blitz schnell aus dem Motivbereich verschwinden.


Gruß Katja

ps:
Mit einem Fotoapparat der alles automatisch macht , kann man es auch hin bekommen, wenn man es schafft die längst mögliche Belichtungszeit auszunutzen, in dem man die Beleuchtung der Umgebung richtig nutzt.

Geschrieben am 15.10.2009 um 17.38 Uhr
Hallo Katja,

interessantes Experiment. Die Vorgehensweise kenn ich zwar, aber ausprobiert hab ich sie noch nicht. Sollte ich mal nachholen.

Bei deiner Methode erfordert die Aufnahme etwas mehr Aufwand. Einen ähnlichen Effekt kann man auch am PC erreichen. Für den Wischeffekt gibt es entsprechende Filter und das geisterhafte kann man am besten erreichen, indem man den "Geist" als eigene Ebene über das Ursprungsbild legt und anschießend die Ebenendeckkraft so weit verringert, dass das untere Bild durch ihn hindurch schimmert.

Ein Bekannter hat mich mal gebeten, für ihn ein Bild zur Illustration einer Gruselgeschichte anzufertigen.

Er hatte zwar eine ziemlich konkrete Vorstellung davon, wie es am Schluss aussehen sollte, diese Vorstellung umzusetzen, war jedoch meine Aufgabe. Im Wesentlichen ging es darum, dass "Gevatter Tod" in einem mystischen Wald platziert werden sollte.

Ich habe mir die entsprechenden Bilder zusammengesucht und daraus ein sogenanntes "Composing" gebastelt.

Dass der "Sensenmann" auf dem Bild durchsichtig erscheint, habe ich durch die oben erwähnte Deckkraftverringerung erreicht.

Du kannst dir das Bild und die Einzelbilder, aus denen es entstanden ist, unter folgender Webadresse ansehen:

www.holger-rass-photographie.de/bilder/comp.jpg

LG Holger

Geändert am 15.10.2009 um 17.49 Uhr
Geschrieben am 15.10.2009 um 21.15 Uhr
Hallo Holger

Klar kann man auch Geisterbilder am PC basteln, und dass du schon so etwas ähnliches gemacht hast, wundert mich nicht wirklich.
Dein Sensemannbild sieht interessant aus

Beide Methoden haben ihre Vor- und Nachteile.

Meine braucht zwar etwas mehr Vorbereitung, bevor man das Foto macht, aber dafür weniger Nachbearbeitung.Denn wenn alles klappt, sieht man den "Geist " ja schon auf dem Fotoapparat oder auch auf dem Negativ. Diese Methode ist ja nicht auf den digitalen Bereich beschränkt.

Die Zeit, die man braucht um mehrere Fotos zu machen, oder raus zu suchen und so zu bearbeiten, dass man sie verwenden kann, um ein Geisterbild zu basteln, ist mit Sicherheit länger. Bietet aber auch die Möglichkeit während des Bastelns noch einiges zu verändern.

Aber man kann ja auch beide Möglichkeiten kombinieren , wenn man Lust hat.
So ist es eigentlich egal , wie man zu einem Ergebnis kommt, Hauptsache es gefällt einem.

Den Spaß den man haben kann, wenn man ein Geisterfoto mit Freunden/Familie vorbereitet, ist aber mit Sicherheit größer, als der den man hat, wenn man alleine am PC sitzt ;-)

Einen schönen Abend noch
Katja

Geändert am 15.10.2009 um 21.16 Uhr

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