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Mi 20.4.2011 19.43 Uhr | Holger Raß | Alle Artikel

Zeitreise in eine längst vergangene Epoche


Freizeit | Ausflüge / Reise

Bereits im DB Bahnhof Bochum-Dahlhausen erwartete uns ein dampfgeführter Personenzug - Holger Raß
Bereits im DB Bahnhof Bochum-Dahlhausen erwartete uns ein dampfgeführter Personenzug
Nicht gerade komfortabel reiste man zu Großmutters Zeiten Bild: Katja Stöfer - Holger Raß
Nicht gerade komfortabel reiste man zu Großmutters Zeiten Bild: Katja Stöfer
Vor frühlingshafter Kulisse zeigte sich uns das ehemalige Bahnbetriebswerk, in dem heute ein beeindruckende Sammlung historischer Eisenbahnfahrzeuge untergebracht ist - Holger Raß
Vor frühlingshafter Kulisse zeigte sich uns das ehemalige Bahnbetriebswerk, in dem heute ein beeindruckende Sammlung historischer Eisenbahnfahrzeuge untergebracht ist
Rastede - Bochum - "Etwas anstrengend war es wohl, aber es hat sich echt gelohnt. Ein toller Tag!" Katjas Stimme klang ein bisschen müde, als sie sich am vergangenen Samstag gegen 22 Uhr vor dem Rasteder Bahnhof mit diesen Worten von mir verabschiedete.

17 Stunden zuvor hatte für uns dort ein kleine Reise in die Vergangenheit begonnen, die uns noch lange in schönster Erinnerung bleiben wird.

Um 5.15 Uhr ging´s mit der Nordwest Bahn zunächst nach Osnabrück und von da über Münster und Essen zum DB-Bahnhof Bochum-Dahlhausen. Dort angekommen stand auf dem Nebengleis bereits ein Zug für uns bereit, der aus einer längst vergangenen Zeit zu kommen schien. Liebevoll restaurierte Personenwagen aus den 1950er Jahren, gezogen von einer Dampflokomotive, die ebenfalls aussah, als käme sie gerade erst aus der Fabrik, warteten auf uns und und die zahlreichen weiteren Reisenden. Auf kahlen Holzbänken sitzend transportierte der Zug uns einige Minuten später rumpelnd und schaukelnd in das nahegelegene ehemalige Bahnbetriebswerk.

"Wir begrüßen alle neu angekommenen Gäste im Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen", empfing uns eine Lautsprecherdurchsage, als wir die nostalgische Zuggarnitur verließen. Man glaubte sich in die Blütezeit der Dampflokomotiven zurückversetzt. Mit dumpfen Auspuffschlägen, fauchenden Zylinderhähnen und einer riesigen Rauchfahne über dem Schornstein donnerte eine schwere Lok an uns vorbei. Minuten später war die Luft angefüllt mit Rauch und es roch nach Ruß und Öl. Eisenbahnatmosphäre pur.

Immer noch begeistert von dem beeindruckenden Schauspiel, hörten wir eine erneute Durchsage: "41 096 fährt gleich zum Wasser nehmen auf das Ausschlackgleis". Am Ort des Geschehens angekommen, sahen wir, wie sich ein schwarzes Ungetüm zischend und dampfend im Schritttempo auf den funktionsfähig erhaltenen Wasserkran zubewegte. Einem Ächzen gleich gaben die Gleise ein Geräusch von sich, als wollten sie jeden Moment unter den 100 Tonnen Gewicht der Lok zerbrechen.

"35 1097 wird in wenigen Minuten auf der Drehscheibe präsentiert", wurde eine "Peepshow" der besonderen Art angekündigt. Die meisten der anwesenden Lokomotiven, ob betriebsfähig oder nicht, wurden regelmäßig von einer kleinen Rangierlok auf die Drehscheibe vor dem Ringlokschuppen geschoben, um sich, von Eisenbahnfans umringt, von allen Seiten zu zeigen.

Die Zeit verging viel zu schnell und die Heimreise rückte bereits näher, doch ein Highlight wollten wir uns nicht entgehen lassen: Ein Mal auf dem Führerstand einer Dampflokomotive mitfahren. Gegen ein kleines Entgelt konnten jeweils bis zu fünf Personen auf Lok 65 018 eines holländischen Eisenbahnvereins über einen eigens dafür vorgesehenen Streckenteil fahren und dabei Lokführer und Heizer über die Schulter gucken.

Da nicht wenige Besucher von diesem Angebot Gebrauch machten, war jedoch zunächst Schlange stehen angesagt. Das Warten lohnte sich. Wir konnten echte Führerstandsluft einer Dampflok schnuppern. Sie war heiß und rußig. Hähne zischten, Instrumente schlugen aus, als der Meister den schwarzen Koloss langsam in Bewegung setze. Wir hörten den Kessel summen, es rumpelte. Wusch, wusch, wusch, hörten wir die Auspuffschläge der Lok. Bei jedem Schlag öffnete sich die Feuertür ein wenig und gab den Blick auf rotglühende Kohlen frei.

Viel zu kurz war die Fahrt und es hieß Abschied nehmen. Nicht nur von "unserer" Lok, sondern auch vom ehemaligen Bahnbetriebswerk Bochum-Dahlhausen, das an diesem Wochenende zum El Dorado der Eisenbahnfreunde geworden war.

Bilder von unserem Besuch in Bochum findet man bei den Fotoalben und Informationen über das Museum unter

www.eisenbahnmuseum-bochum.de

Schlagworte: Eisenbahnmuseum

Geschrieben auf: mein-rastede.de


Kommentar 1/1

  • Betreff
    Eisenbahn
    Datum
    21.4.2011, 12:18 Uhr
    Autor
    Anja v. Waaden-Arnken
    Text
    Hallo Holger, na das scheint ja richtig Spaß gemacht zu haben! Man kann es förmlich aus dem Artikel herauslesen wie schön es gewesen sein muß. Vielleicht wäre das mal ein Ausflugsziel für meine Familie und mich...Gruß Anja


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