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Sa 5.12.2009 20.02 Uhr | Justin Hibbeler | Alle Artikel

Marie und der Weihnachtsmann


Kultur | Gedichte und Kurzgeschichten

Marie wartet auf Weihnachten - Justin Hibbeler
Marie wartet auf Weihnachten
Der Schnee bedeckt Rastede... - Justin Hibbeler
Der Schnee bedeckt Rastede...
Frostige Zeit - Justin Hibbeler
Frostige Zeit
Rastede - Eine dicke Schneedecke lag über Rastede. Das schöne Schloss war umrahmt von einer weißen Kulisse, die Kirchturmspitze der St. Ulrichs-Kirche wurde von dem weichen Schnee eingehüllt und sogar der Ellernteich hatte sich für einige Tage geschlossen. Der weite Turnierplatz strahlte in heller Pracht als die ersten Sonnenstrahlen an diesem frühen Dezembermorgen vorsichtig durch Rastede funkelten.

Marie lächelte. Es war ein zufriedenes Lächeln, wie nur Marie lächeln konnte. Während die alte Eiche draußen im Vorgarten leise den Tag begrüßte, saß Marie in ihrem Nachthemd vor dem Fenster und beobachtete das eisige Treiben. Der weißgehauchte Garten glitzerte tausendfach, der zarte Schnee auf den Zweigen des großen Baumes hielt der leichten Winterbrise stand, die an diesem Tag durch die Straßen von Rastede wehte.
Es war der 23. Dezember.

Am frühen Nachmittag machte Maries ganze Familie einen Spaziergang durch den Schlosspark. Das war inzwischen schon Tradition, am Tag vor Heiligabend.

Sie schlenderten an der großen Kastanie am Turnierplatz vorbei, an den hölzernen Pferdeköpfen, denen Marie den Schnee vom Gesicht putzte, und an der Säule am Sängerplatz, die als einziges nicht unter der Schneedecke begraben wurde.

Marie sah sich um. Wo waren Mama und Papa? Eben noch, vor einem winzigen Moment spazierte Marie mit ihnen durch den ruhigen Wald. Doch nun waren sie verschwunden.

Marie blickte zum Himmel. Es hatte wieder begonnen zu schneien. Langsam sanken die Flocken in Richtung Boden, eine landete genau auf Maries Nasenspitze und zerschmolz.

Rechts raschelte es. Das Geräusch wurde lauter, doch Marie hatte keine Angst. Sie kannte den Park genau und liebte die Natur und ihre zahlreichen Bewohner.

Ein kleines Eichhörnchen lugte unter einer schneebedeckten Baumwurzel hervor. Es stellte den Kopf schräg und blickte Marie an, die allein am Sängerplatz im Rasteder Park stand. Auch Marie hielt den Kopf schräg und sah ihm in seine putzigen Knopfaugen. Mit einem Satz sprang das Tier aus seinem Versteck und hechtete in Richtung der Klostersäule. Schnell windete es sich hoch und nahm auf der Spitze Platz.

Dann nahm Marie eine Bewegung bei der Säule wahr, etwas Rotes versteckte sich hinter dem neuen Thron des kleinen Eichhörnchens. Mit kleinen Schritten und weit geöffneten Augen näherte sie sich, gespannt darauf, wer sich dort verbergen konnte.

Langsam erschien ein fröhliches, rundes Gesicht links der Säule und lächelte Marie an. Mit langem, schneeweißen Bart und einer samtroten Mütze blickte das Gesicht des Weihnachtsmannes direkt in Maries?. Die schwarz-glänzenden Stiefel bewegten sich behutsam durch den umliegenden Schnee.

Da stand er nun, ein einziger roter Farbtupfer inmitten der weißen Landschaft. Er tat nichts als freudestrahlend in Richtung von Marie zu lächeln. Ganz ohne seinen Jutesack war er gekommen, wunderte sich Marie, doch sie wusste, Weihnachten war erst morgen.
Er winkte Marie zu, doch bevor Marie zurückwinken konnte, war der Weihnachtsmann wieder hinter der Klostersäule verschwunden.

Marie sah erneut hinauf zum Himmel und fast meinte sie einen fliegenden Schlitten durch die Luft sausen zu sehen. Doch bevor sie genauer hinsehen konnte, wachte sie auf.

Vor sich sah Marie keinen Schlitten und auch nicht den Himmel, nur ihre eigene Zimmerdecke. Schnell schlug sie die Bettdecke zur Seite und lief die Treppe hinunter ins Wohnzimmer von ihrer Oma, zu ihrem Lieblingsplatz ans Fenster vor der alten Eiche.

Auf dem Fensterbrett stand ein kleiner Weihnachtsmann aus Schokolade. Er lächelte ebenso fröhlich und munter wie der Weihnachtsmann aus Maries Traum.

Eine Hand legte sich sanft auf Maries Schulter, es war Oma. "Fröhliche Weihnachten, meine Kleine.", flüsterte sie Marie ins Ohr.
Es war Heiligabend.

Schlagworte: Weihnachten, Marie, Kurzgeschichte

Geschrieben auf: mein-rastede.de


Kommentar 3/3

  • Betreff
    Ich
    Datum
    6.12.2009, 14:03 Uhr
    Autor
    Bettina Zippel
    Text
    kann mich noch gut an einen Spaziergang mit meinen Hunden im Schneegestöber erinnern. So genau kannte ich damals die Wege im Park noch nicht und unter der Schneedecke sah alles ganz anders aus. Ich hatte mich verlaufen. Das war ein ein sehr ausgiebiger Spaziergang, als ich endlich wieder am Ellernteich angelangt war. Meine Hunde haben es genossen, ganz ehrlich.....ich auch.

Kommentar 2/3

  • Betreff
    Hallo Ingrid
    Datum
    6.12.2009, 10:43 Uhr
    Autor
    Justin Hibbeler
    Text
    Dankeschön!

Kommentar 1/3

  • Betreff
    Hallo Justin
    Datum
    6.12.2009, 7:49 Uhr
    Autor
    Ingrid Schulz
    Text
    Da hast du mal wieder eine ganz zauberhafte Geschichte geschrieben.


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