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Mo 15.11.2010 11.42 Uhr | Anja v. Waaden-Arnken | Alle Artikel

Herbstzeit gleich Jagdzeit


Vermischtes | Natur und Umwelt

Schön in einer Linie - Anja v. Waaden-Arnken
Schön in einer Linie
Wie soll das Wild so eine Chance haben? - Anja v. Waaden-Arnken
Wie soll das Wild so eine Chance haben?
Rastede und anderswo - November. Das Laub fällt von den Bäumen und das Wetter wird immer gruseliger. Jetzt sind sie wieder unterwegs, die Jäger.

In einem Abstand von wenigen Metern überqueren sie die Landschaft. In einer Reihe, mindestens zehn bis zwanzig Personen, dazu noch eine Handvoll Hunde.
An vorgelagerten Plätzen stehen einige Jäger bereit mit geladenem Gewehr um das von den Hunden und den Treibern aufgescheuchte Wild zu erlegen. Man kann für das in der Hatz geschossene Wild nur hoffen einem treffsicheren Jäger vor die Flinte zu laufen damit das Leid nicht unnötig verschlimmert wird.

Selbstverständlich ist mir bekannt dass es in einigen Bezirken durch Wild verursachte, nicht unerhebliche, Schäden in der Landwirtschaft gibt aber wären diese nicht durch kontrollierte Dezimierung der hiesigen Jäger nur in den betroffenen Gebieten einzugrenzen?

Meiner Meinung nach sollte nicht jeden Herbst und nicht überall eine Treibjagd veranstaltet werden. Außerdem sollten nur die Jäger daran beteiligt sein die sich auch das ganze restliche Jahr um die Hege und Pflege des Wildes kümmern und nicht auch noch "Herr Doktor sowieso" der nur mitgeht um auch mal eine Trophäe seinen Kollegen und seiner Familie präsentieren zu können.

Nicht unterschätzen darf man auch die Gefahr der Verkehrsgefährdung einer solchen Jagdveranstaltung. Hin und wieder findet sich an den Straßenrändern ein kleines Hinweisschild. Die meisten Verkehrsteilnehmer fahren aber weiter in dem gewohnten Tempo weil sie die Gefahr gar nicht richtig einschätzen können. Das Wild wird durch die Jagd panisch und die sonst eher scheuen Tiere überqueren flüchtend die Straßen. Daß es noch nicht öfter zu Unfällen gekommen ist kann einen schon verwundern.

In meinen Augen fehlt auch eine öffentliche Ankündigung derartiger Jagden. Wo man in Deutschland normalerweise für jede Veranstaltung eine Regelung benötigt wird hier eine Gefährdung von ahnungslosen Mitbürgern, Müttern mit Kindern, Familien mit ihren Hunden, Joggern usw. einfach in Kauf genommen. Vielleicht sollte frühzeitig zumindest eine Mitteilung in der hiesigen Presse gemacht werden.

Als Kind habe ich leider mal miterlebt dass ein Reh bei eine Treibjagd nur angeschossen wurde, es hat fürchterlich geschrien und versucht auf drei Beinen humpelnd den Jägern zu entkommen. Die Hunde ließen sich nicht abrufen sondern haben es gepackt und es fast lebendig zerrissen. Es hat am Boden gelegen und sich einen Todeskampf mit den Hunden geliefert bis endlich einer der Jäger das Tier erreichte und ihm den Gnadenschuß gab. Dieses Erlebnis kommt immer wieder in meine Erinnerung wenn ich die Jäger über die Äcker stiefeln sehe und macht mich daher auch voreingenommen in meiner Meinung über solche Veranstaltungen.

Ich hoffe daß der Fasan und seine Familie die im Winter immer unser Futterhaus besuchen diese Jagd überlebt. Wäre wirklich schade drum und ich würde es vermissen im Frühjahr dem Balzruf des Fasanenhahn zu lauschen.

Was haltet ihr, liebe N@chbarn, denn von dieser Art der Jagd?


Schlagworte: Herbst, Natur, Tiere, Jagd

Geschrieben auf: mein-rastede.de


Kommentar 4/4

  • Betreff
    Jagd
    Datum
    16.11.2010, 23:31 Uhr
    Autor
    Silke Lorenz
    Text
    Hallo Anja,
    ich habe so eine Treibjagd nie so nah beobachten können. Sehr beeindruckend Dein Artikel.
    Genau vor einem Jahr haben wir die Hundeführerscheinprüfung auf dem Hundeplatz absolviert. Dabei fielen ständig Schüsse, die wir kaum wahrnahmen. Aber einige Hunde, sowie auch meiner, waren total verängstigt und durch den "Wind". Wir hatten schon Angst, dass die Prüfung ausfallen könnte.Vor einem halben Jahr hat mein Hund ein totes Reh im tiefen Gras am Wegesrand aufgespürt. War kein schöner Anblick.

Kommentar 3/4

  • Betreff
    Jäger sind Heger
    Datum
    16.11.2010, 0:01 Uhr
    Autor
    Eva Staschen
    Text
    Mich packt immer regelmässig das Grauen..., habe mich schon oft mit den "Hegern" angelegt... es wird ja ALLES abgeschossen, was vor die Flinte kommt: Hase, Rebhuhn, Fasan, etc.- auch Katzen die da gerade frei laufen oder Hunde dürfen abgeknallt werden!
    Also paßt auf Eure Tiere auf! -

Kommentar 2/4

  • Betreff
    Hallo Anja,
    Datum
    15.11.2010, 15:54 Uhr
    Autor
    Bettina Zippel
    Text
    leider bin ich gar nicht informiert und bis dato habe ich mir auch leider wenig Gedanken über so eine Treibjagd gemacht. Solche Schilder, Vorsicht Treibjagd, habe ich natürlich auch schon oft gesehen. Geht mir sehr an´s Herz dein Artikel und für beide, Mensch und Tier kann das schlimm enden.Tina

Kommentar 1/4

  • Betreff
    Jagd
    Datum
    15.11.2010, 15:24 Uhr
    Autor
    Anja v. Waaden-Arnken
    Text
    Hallo liebe N@chbarn. Gerade bin ich auf dem Weg nach Rastede gewesen als sich meine Befürchtungen bestätigt haben. In Höhe des Klostermoorweges an der Oldenburger Straße stand ein Auto mit Warnblinklicht. Ein junger Mann stand am Straßenrand und hielt den Kopf eines Rehes in den Händen. Das Tier schien noch zu leben, es atmete schwer und wand sich unter Schmerzen. Leider habe ich nicht die Möglichkeit gehabt anzuhalten und nachzufragen was passiert ist, letztendlich ist das auch egal denn das ist genau das was ich in meinem Artikel meinte mit der Verkehrsgefährdung. Ich weiß zwar nicht ob das Reh vor ein Auto gelaufen ist oder der junge Mann es verletzt entdeckt hat aber beide Möglichkeiten erschüttern mich. Hoffe das Tier wurde schnell erlöst, die Polizei kam mir jedenfalls ein wenig später entgegen, vielleicht mußten die ja den undankbaren Job übernehmen.


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