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Hannover -
Wohl kaum eine Autofahrt im alkoholisierten Zustand hat in Deutschland in so kurzer Zeit so viel Aufsehen erregt wie die der mittlerweile ehemaligen Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche, Margot Käßmann. Sie selbst sorgte mit ihrem Rücktritt von dem Amt sowie vom Amt als Bischöfin der Hannoverschen Landeskirche dafür, dass die große Aufregung erstmal abebbte.
Dass sie die strafrechtlichen Konsequenzen ihres Verhaltens ertragen wolle, machte sie schnell klar. Dass sich Käßmann aber aufgrund ihres Amtes und der damit verbundenen Vorbildfunktion nicht mehr in der Lage sah, künftig ohne jede Angriffsfläche den Finger in die Wunde zu legen, und deshalb zurücktrat, überraschte dann doch. Denn der Rat des EKD hatte ihr den Rücken gestärkt, andere Kirchenvertreter wie Katrin Göring-Eckardt oder Günther Beckstein kritisierten zwar ihr Handeln, stellten sich aber hinter Käßmann.
Die 51-Jährige aber zieht für sich die äußerste Schlussfolgerung und tritt zurück. Anderthalb Tage, nachdem die Nachricht ihrer Alkoholfahrt an die Öffentlichkeit kam, fünf Tage nach dem eigentlichen Vergehen. Zeit genug, um über diesen Schritt nachzudenken, hatte sie, wenngleich man es ihr auch abgenommen hätte, wenn sie sich zunächst zurückgezogen und erst dann - nach reiflicher Überlegung - gehandelt hätte. Doch der fade Beigeschmack des Aussitzens sollte in der Öffentlichkeit und bei ihren Kritikern gar nicht erst aufkommen. Fehler, Konsequenz, Schluss. Und das Leben geht weiter.
Ob Margot Käßmann die richtige Entscheidung getroffen hat oder nicht - eine derartige Konsequenz, ohne Rücksicht auf die eigene Position, Macht und Ämter, sieht man in der Öffentlichkeit nicht häufig. Das äußerste, zu dem Sportler, Politiker, Wirtschaftsbosse oder eben Kirchenobere häufig fähig erscheinen, sind Lippenbekenntnisse und kleinlaute Schuldeingeständnisse. Wirkliche Konsequenzen oder Lehren werden nur selten gezogen.
Trotz des Fehlers, den Margot Käßmann begangen hat - ein Fehler, der durchaus auch böse, nämlich tödliche Folgen hätte haben können - hat sie durch ihren Rücktritt nicht an moralischer Glaubwürdigkeit verloren. Fehler zu machen, gehört zum Menschsein dazu und hat nichts mit Moral zu tun. Unmoralisch wird es erst, wenn wider besseren Wissens Fehler vertuscht, ausgesessen und womöglich wiederholt werden. Frau Käßmann hat nichts vertuscht und ausgesessen. Und um ihre Glaubwürdigkeit nicht komplett zu ruinieren, ist sie viel zu klug, um sich erneut alkoholisiert ans Steuer zu setzen.
Wie sehen Sie den Fall? War der Rücktritt der richtige Schritt? Geht die Öffentlichkeit zu hart mit Margot Käßmann ins Gericht, oder zeigt sie zu viel Verständnis? Wird sie sich weiterhin in der Öffentlichkeit zu Wort melden, und wird sie auch gehört?
Sagen Sie uns Ihre Meinung!
Dass sie die strafrechtlichen Konsequenzen ihres Verhaltens ertragen wolle, machte sie schnell klar. Dass sich Käßmann aber aufgrund ihres Amtes und der damit verbundenen Vorbildfunktion nicht mehr in der Lage sah, künftig ohne jede Angriffsfläche den Finger in die Wunde zu legen, und deshalb zurücktrat, überraschte dann doch. Denn der Rat des EKD hatte ihr den Rücken gestärkt, andere Kirchenvertreter wie Katrin Göring-Eckardt oder Günther Beckstein kritisierten zwar ihr Handeln, stellten sich aber hinter Käßmann.
Die 51-Jährige aber zieht für sich die äußerste Schlussfolgerung und tritt zurück. Anderthalb Tage, nachdem die Nachricht ihrer Alkoholfahrt an die Öffentlichkeit kam, fünf Tage nach dem eigentlichen Vergehen. Zeit genug, um über diesen Schritt nachzudenken, hatte sie, wenngleich man es ihr auch abgenommen hätte, wenn sie sich zunächst zurückgezogen und erst dann - nach reiflicher Überlegung - gehandelt hätte. Doch der fade Beigeschmack des Aussitzens sollte in der Öffentlichkeit und bei ihren Kritikern gar nicht erst aufkommen. Fehler, Konsequenz, Schluss. Und das Leben geht weiter.
Ob Margot Käßmann die richtige Entscheidung getroffen hat oder nicht - eine derartige Konsequenz, ohne Rücksicht auf die eigene Position, Macht und Ämter, sieht man in der Öffentlichkeit nicht häufig. Das äußerste, zu dem Sportler, Politiker, Wirtschaftsbosse oder eben Kirchenobere häufig fähig erscheinen, sind Lippenbekenntnisse und kleinlaute Schuldeingeständnisse. Wirkliche Konsequenzen oder Lehren werden nur selten gezogen.
Trotz des Fehlers, den Margot Käßmann begangen hat - ein Fehler, der durchaus auch böse, nämlich tödliche Folgen hätte haben können - hat sie durch ihren Rücktritt nicht an moralischer Glaubwürdigkeit verloren. Fehler zu machen, gehört zum Menschsein dazu und hat nichts mit Moral zu tun. Unmoralisch wird es erst, wenn wider besseren Wissens Fehler vertuscht, ausgesessen und womöglich wiederholt werden. Frau Käßmann hat nichts vertuscht und ausgesessen. Und um ihre Glaubwürdigkeit nicht komplett zu ruinieren, ist sie viel zu klug, um sich erneut alkoholisiert ans Steuer zu setzen.
Wie sehen Sie den Fall? War der Rücktritt der richtige Schritt? Geht die Öffentlichkeit zu hart mit Margot Käßmann ins Gericht, oder zeigt sie zu viel Verständnis? Wird sie sich weiterhin in der Öffentlichkeit zu Wort melden, und wird sie auch gehört?
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Kommentar 14/14
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BetreffFrau KäßmannDatum10.2.2011, 16:17 UhrAutorVorname NachnameTextGinge es nur um Vorbildfunktion und würde jeder zurücktreten müssen, der ein Amt mit Vorbildfunktion bekleidet, dann wären viele Arbeitsplätze heute nicht (mehr) belegt. Ich finde, es wäre eher Größe gewesen, wäre sie im Amt geblieben. Ein Mensch macht mal Fehler. Sie hätte mit den Menschen darüber diskutieren können/sollen, um dieses Missgeschick an sich. Das wäre für mich am Effektivsten gewesen.
Kommentar 13/14
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BetreffVerständlich, aber schadeDatum24.4.2010, 1:49 UhrAutorKreszentia FlaugerTextDas ist jedenfalls ein großer Verlust. Eine engagierte, bewundernswerte und authentische Frau, die ich gern weiter als EKD-Vorsitzende und Bischöfin gesehen hätte. Und ich fürchte, mit einem Mann wäre die Öffentlichkeit nicht so hart ins Gericht gegangen. Sie hatte sich natürlich auch im Vorfeld mit ihren Äußerungen zu Afghanistan (die ich teile) nicht nur Freunde im eigenen Umfeld gemacht.
Kommentar 12/14
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BetreffKonsequenzDatum1.3.2010, 10:16 UhrAutorSilvia KerneyTextWas Frau Käßmann getan hat, war der richtige Schritt.
Dass sie ihn so rasch und ohne Lamento getan hat, hebt sich wohltuend von den üblichen, beschämend scheinheiligen Gewohnheiten hochrangiger Gestrauchelter ab. Ich rede jetzt gar nicht nur von religiösen \\'Scheinheiligen\\'...
Natürlich ist sie ein Mensch wie wir alle und damit fehlbar; aber wir haben eben nicht alle eine so große Vorbildfunktion, der wir gerecht werden müssen.
Persönlich ist so etwas verzeihlich, amtlich nicht.
Mit ihrem Rücktritt ist sie ihrer Vorbildfunktion gerecht geworden: Fehler ohne Umschweife einzugestehen und die Konsequenz auf sich zu nehmen.
Dafür gebührt ihr Respekt und gerade deswegen wünscht man sich eigentlich, sie wäre eben n i c h t zurückgetreten... Denn Menschen mit so viel Anstand im Leib sind heutzutage rar gesät in hohen Ämtern.
An ihrer moralischen Integrität hat dieser Vorfall nur wenig gekratzt, eben weil sie sich verhalten hat, wie man es von jemandem mit Integrität erwarten darf. Sie wird sicher weiterhin gehört werden und auch ernst genommen.
G e r a de jetzt.
Die katholische Kirche in ihrer Gesamtheit hat nicht halb so viel ethische und moralische Glaubwürdigkeit, wenn man sich die jüngst bekannt gewordenen Missbrauchsfälle und den entwürdigenden Umgang damit anschaut.
Von Politikern und Managern, denen Fehlverhalten nachgewiesen wurden, möchte ich gar nicht erst anfangen...
Ein Verlust für die evangelische Kirche, das ist der Rücktritt von Frau Käßmann.
Dennoch war er die einzig richtige Konsequenz.
Und die Medien und die Öffentlichkeit sollten sich bei sensationsgierigem Umgang mit solchen Nachrichten mal an die eigenen Nasen fassen - weniger wäre mehr.
Presse und Mitmenschen haben in dieser Angelegenheit oft deutlich weniger Anstand bewiesen, als das Opfer ihres schadenfrohen Gaffens.
Kommentar 11/14
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BetreffKonsequenzDatum27.2.2010, 15:58 UhrAutorEva StaschenTextJa, genauso sehe ich das ebenfalls!
Schließe mich Deinen Worten voll an!
Kommentar 10/14
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BetreffMargot KäßmannDatum27.2.2010, 13:42 UhrAutorBeate MahnkopfTextDie Konsequenz, die Frau Käßmann aufgrund ihres Rücktritts gezogen hat, sollte meines Erachtens ein Vorbild für viele sein, die trotz eines Vergehens nicht auf ihren Posten verzichten, auch wenn die Straftaten aus moralischer Sicht noch viel schlimmer sind. Hut ab vor dieser Frau, die der Evangelischen Kirche leider sehr fehlen wird!
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