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Rastede -
Die heutige Fototechnik macht es möglich: Kameras, kaum größer, als eine Scheckkarte, die in jede Hosentasche passen und stets einsatzbereit sind. Als Besitzer einer digitalen Spiegelreflexkamera mit Wechselobjektiven hat man es da nicht immer ganz so einfach. Zumindest der ersten Aufnahme geht nämlich meist eine unvermeidliche Prozedur voraus. Wie es einem dabei ergehen kann, soll dieser Bericht schildern.
Meine Frau und ich saßen vor weit geöffnetem Fenster am Frühstückstisch, als sich eine Taube auf einer Straßenlaterne nicht weit von uns niederließ.
Mit "Kennerblick" bemerkte ich schnell, dass sich da ein reizvolles Motiv auftat. Das warme, flache Licht der Morgensonne ließ das zartbunte Gefieder des Tieres glitzern und die dunkelgrünen, unbeleuchteten Bäume im Hintergrund hoben es sehr schön vom Umfeld ab. Also beschloss ich, mein Brötchen liegen zu lassen, um das Tier abzulichten.
Mein Fotokoffer (Silke kennt ihn schon ;-) lag nicht weit von mir. Also her damit. Mist, abgeschlossen, wo ist der Schlüssel? Ist die Taube noch da? Ja!
Schlüssel aus dem Schreibtisch kramen, Koffer aufschließen. Die Hände fingen schon an, ein wenig zu zittern. Klack, Klack, springen die beiden Verschlüsse auf. Ein Blick über die Schulter, ja sie ist noch da.
Kamerabody aus dem Koffer nehmen. Ach, beim letzten Mal Batteriegriff benutzt, kein Akku in der Kamera. Also erst Batteriegriff wieder anschrauben. Fummelei! Endlich fest. Gehäusedeckel abnehmen, Teleobjektiv aus dem Koffer holen und Rückdeckel abnehmen. Klick, rastet der Objektivanschluss in´s Bajonett. Nur noch Frontdeckel abnehmen, Kamera einschalten und es kann losgehen. Sie sitzt immer noch da.
Telezoom auf längste Brennweite drehen. Oh, die umgekehrt aufgesetzte Streulichtblende verhindert das Drehen am Zoomring, also runter damit. Brauch ich jetzt nicht. Bitte bleib sitzen!
Sie tut mir den Gefallen. Mehr noch. Als wüsste sie, dass sie fotografiert werden soll, posiert die Taube geradezu auf der Laternenkuppel. Sie dreht sich nach links, nach rechts, neigt den Kopf zur einen, dann zur anderen Seite. Eine Pose schöner, als die andere. Endlich hab ich sie im Sucher. Hm, die Anzeige weist eine Belichtungszeit aus, bei der trotz Bildstabilisator Verwacklungsgefahr besteht. Jetzt nicht auch noch die Empfindlichkeit höher stellen. Stattdessen die Kamera am Fensterrahmen anlegen. Als die Taube die Frontlinse meines Teleobjektivs auf sich gerichtet sieht, wird sie offenbar misstrauisch. Durch den Sucher sehe ich, dass sie mich mit ihren großen, runden Augen skeptisch mustert. Flieg jetzt bitte nicht weg!
Oh nein, von einem Augenblick zum anderen lässt die Körperhaltung des Tieres erkennen, dass es sich abflugbereit macht. Egal, jetzt einfach drauf. Klack, löst die Kamera aus und für den kurzen Moment des Spiegelhochklappens verdunkelt sich der Sucher. Im gleichen Augenblick höre ich den Flügelschlag des Vogels. Gespannt blicke ich auf das Kameradisplay.
Was ich dort sah, möchte ich dem Leser nicht vorenthalten, also bitte das Bild oben links anklicken!
Ach ja, fast hätte ich vergessen zu erwähnen, was meine Frau sagte, als ich mich anschickte, die Taube zu fotografieren: "Bis du soweit bist, ist die weg!"
Meine Frau und ich saßen vor weit geöffnetem Fenster am Frühstückstisch, als sich eine Taube auf einer Straßenlaterne nicht weit von uns niederließ.
Mit "Kennerblick" bemerkte ich schnell, dass sich da ein reizvolles Motiv auftat. Das warme, flache Licht der Morgensonne ließ das zartbunte Gefieder des Tieres glitzern und die dunkelgrünen, unbeleuchteten Bäume im Hintergrund hoben es sehr schön vom Umfeld ab. Also beschloss ich, mein Brötchen liegen zu lassen, um das Tier abzulichten.
Mein Fotokoffer (Silke kennt ihn schon ;-) lag nicht weit von mir. Also her damit. Mist, abgeschlossen, wo ist der Schlüssel? Ist die Taube noch da? Ja!
Schlüssel aus dem Schreibtisch kramen, Koffer aufschließen. Die Hände fingen schon an, ein wenig zu zittern. Klack, Klack, springen die beiden Verschlüsse auf. Ein Blick über die Schulter, ja sie ist noch da.
Kamerabody aus dem Koffer nehmen. Ach, beim letzten Mal Batteriegriff benutzt, kein Akku in der Kamera. Also erst Batteriegriff wieder anschrauben. Fummelei! Endlich fest. Gehäusedeckel abnehmen, Teleobjektiv aus dem Koffer holen und Rückdeckel abnehmen. Klick, rastet der Objektivanschluss in´s Bajonett. Nur noch Frontdeckel abnehmen, Kamera einschalten und es kann losgehen. Sie sitzt immer noch da.
Telezoom auf längste Brennweite drehen. Oh, die umgekehrt aufgesetzte Streulichtblende verhindert das Drehen am Zoomring, also runter damit. Brauch ich jetzt nicht. Bitte bleib sitzen!
Sie tut mir den Gefallen. Mehr noch. Als wüsste sie, dass sie fotografiert werden soll, posiert die Taube geradezu auf der Laternenkuppel. Sie dreht sich nach links, nach rechts, neigt den Kopf zur einen, dann zur anderen Seite. Eine Pose schöner, als die andere. Endlich hab ich sie im Sucher. Hm, die Anzeige weist eine Belichtungszeit aus, bei der trotz Bildstabilisator Verwacklungsgefahr besteht. Jetzt nicht auch noch die Empfindlichkeit höher stellen. Stattdessen die Kamera am Fensterrahmen anlegen. Als die Taube die Frontlinse meines Teleobjektivs auf sich gerichtet sieht, wird sie offenbar misstrauisch. Durch den Sucher sehe ich, dass sie mich mit ihren großen, runden Augen skeptisch mustert. Flieg jetzt bitte nicht weg!
Oh nein, von einem Augenblick zum anderen lässt die Körperhaltung des Tieres erkennen, dass es sich abflugbereit macht. Egal, jetzt einfach drauf. Klack, löst die Kamera aus und für den kurzen Moment des Spiegelhochklappens verdunkelt sich der Sucher. Im gleichen Augenblick höre ich den Flügelschlag des Vogels. Gespannt blicke ich auf das Kameradisplay.
Was ich dort sah, möchte ich dem Leser nicht vorenthalten, also bitte das Bild oben links anklicken!
Ach ja, fast hätte ich vergessen zu erwähnen, was meine Frau sagte, als ich mich anschickte, die Taube zu fotografieren: "Bis du soweit bist, ist die weg!"
Kommentar 9/9
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BetreffGuter TipDatum19.8.2009, 23:57 UhrAutorHolger RaßTextHallo Friedhelm,danke für den Tip.
Jetzt weiß ich, was ich meiner Frau zu Weihnachten schenken werde.
Kommentar 8/9
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BetreffDumm gelaufenDatum19.8.2009, 23:33 UhrAutorFriedhelm OhmTextMeine Frau hätte dies auch gesagt , letztes Jahr zum Muttertag hat sie eine Digitalkamera bekommen und ich habe meine Ruhe mit solchen Kommentaren .
Eine schöne Geschichte , wer hat so etwas noch nicht erlebt .
Weiterhin viel Freude beim Fotografieren
und schöne Fotos wünscht Opa Fiddi ...
Kommentar 7/9
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BetreffTaubeDatum19.8.2009, 22:59 UhrAutorAnja v. Waaden-ArnkenTextHallo Holger,sehr lustig deine Geschichte, so ist es mit den lieben Tierchen, kaum im Sucher schon sind sie weg!
Trotzdem, tolles Bild!Weiter viel Spaß beim Tauben"schießen".LG Anja
Kommentar 6/9
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BetreffFotoDatum19.8.2009, 22:57 UhrAutorSilke LorenzTextHallo, Holger, ich bins noch mal.
Ich war ganz neidisch, dass Du dieses Foto so schön groß eingebunden hast und habe mir daraufhin noch einmal Deinen schwierigen Text mit den Pixeln im Forum durchgelesen. Und siehe da, mein Hündchen kommt jetzt auch ganz groß in meinem Artikel. Vielen Dank, für den Hinweis.
Gruß, Silke
Kommentar 5/9
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BetreffHallo HolgerDatum19.8.2009, 22:45 UhrAutorIngrid SchulzTextIch hab mich sehr amüsiert. Schön geschrieben.
LG Ingrid
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