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Fr 15.10.2010 07.55 Uhr | Silke Lorenz | Alle Artikel

Der blaue Elefant


Kultur | Sonstiges

Rastede - Tieferschüttert habe ich heute den Artikel zur Geschichte des blauen Elefanten gelesen.
Kurz vor einer geplanten Vereinsgründung wird die Rettungsaktion schlagartig durch die Verschrottung des Denkmals beendet. Meines Erachtens wurde über die Meinung vieler Bürger hinweg entschieden. Ich frage mich ob, das entscheidende Gremium, der Bauausschuss, der richtige in diesem Fall war. Denn der blaue Elefant war Kulturgeschichte und lässt sich durch keinen anderen ersetzen. Viele Erinnerungen der Rasteder hingen an ihm. Ich kann mich noch an eine Sitzbank auf seinem Rücken entsinnen, von der aus wir als Dreikäsehoch's einen herrlichen Überblick auf das ganze Freibad hatten.

Spontan fällt mir dazu das Lied vom Baum von Alexandra ein:

Ich wollt dich längst schon wieder sehen
mein alter Freund aus Kindertagen
Ich hatte manches dir zu sagen
und wusste du wirst mich verstehen
Als kleines Mädchen kam ich schon
zu dir mit all den Kindersorgen
ich fühlte mich bei dir geborgen
und aller Kummer flog davon
Hab ich in deinem Arm geweint
strichst du mir mit deinen Blättern
mir übers Haar mein alter Freund
Refrain:
Mein Freund der Baum ist tot
Er fiel im frühen Morgenrot
Du fielst heut früh ich kam zu spät
du wirst dich nie im Wind mehr wiegen
du musst gefällt am Wegrand liegen
und manche der vorrübergeht
der achtet nicht den Rest von Leben
und reist an deinen grünen Zweigen
die sterbend sich zur Erde neigen
wer wird mir nun die Ruhe geben
die ich in deinem Schatten fand
mein bester Freund ist mir verloren
der mit der Kindheit mich verband
Refrain
Mein Freund der Baum ist tot
Er fiel im frühen Morgenrot
Bald wächst ein Haus aus Glas und Steinen
dort wo man ihn hat abgeschlagen
bald werden graue Mauern ragen
dort wo er liegt im Sonnenschein
Vielleicht wird es ein Wunder geben
ich werde heimlich darauf warten
vielleicht blüht vor dem Haus ein Garten
und er erwacht zu neuem Leben
Doch ist er dann noch schwach und klein
und wenn auch viele Jahren gehen
er wird nie mehr der selbe sein
Refrain
Mein Freund der Baum ist tot
Er fiel im frühen Morgenrot

Schlagworte: Der blaue Elefant

Geschrieben auf: mein-rastede.de


Kommentar 7/7

  • Betreff
    "blaues Wunder"
    Datum
    19.10.2010, 20:06 Uhr
    Autor
    Carsten Helms
    Text
    Lieber Herr Cordsen, liebe Nachbarn!
    Das Wortspiel und Ihre "Gedankenspiele" über andere Mehrheiten gefallen mir zugegebenermaßen sehr gut - ist doch blau die Grundfarbe meiner Partei, der FDP. Und es war ja auch unser Antrag, der mit seinem grandiosen Scheitern diesen Stein ins Rollen gebracht hat. Tja, es wäre uns zweifellos viel lieber gewesen, die Idee hätte eine Mehrheit gefunden und der Elefant hätte überlebt. Nun kam alles anders - jedoch nach unseren Erfahrungen mit dem Einsatz für den Luftkurort auch nicht mehr wirklich überraschend. Mittlerweile habe ich schon fast Sorge, mich öffentlich für etwas auszusprechen: wenn der Bürgermeister erfährt, dass ich Sonntags gerne mit unseren Töchtern im Rasteder Hallenbad schwimmen gehe - womöglich wäre es Montags darauf auch schon geschlossen!? Oder stellen Sie sich vor, die FDP bekennt sich öffentlich zum christlichen Glauben - was geschieht dann mit der St. Ulrichs-Kirche? Man könnte fast schmunzeln, wenn es nicht so bitter wäre.
    Nur eins noch: am 11. September 2011 sind Kommunalwahlen - ich hoffe auf eine hohe Wahlbeteiligung!

Kommentar 6/7

  • Betreff
    Elefant
    Datum
    18.10.2010, 16:52 Uhr
    Autor
    Henning Cordsen
    Text
    Moin liebe N@chbarn, wenn ich auch als Zugezogener persönlich nicht so am blauen Wunder von Rastede hänge, so kann ich doch die Verstörtheit verstehen, die aus dem Artikel von Silke und den Kommentaren zu entnehmen ist. Der unsensible Umgang einiger maßgeblich verantwortlicher Menschen in diesem Residenzort mit dem Gedächtnis der Bürger lässt sich kaum noch überbieten. Das einzige was zählt, sind Zahlen und Paragraphen. Kunst und Kultur haben da schlechte Karten. Für immer? Ich denke nicht, wenn eine andere Mehrheit sich zu wehren versteht.

Kommentar 5/7

  • Betreff
    Der blaue Elefant
    Datum
    17.10.2010, 21:42 Uhr
    Autor
    Udo Röver
    Text
    Hallo Silke,

    meines Erachtens hat die Politik mit der flugs eingeleiteten Eilverschrottung auf arrogante und ignorante Weise gezeigt, wer am "längeren Hebel" sitzt.

    Gleichzeitig wurde wieder ein Problem "gelöst". Was nicht mehr da ist, kann auch keine unliebsamen Diskussionen mehr verursachen.

    Aber ich vermute, im Wahljahr 2011 wird alles besser. Dann haben ganz plötzlich alle wieder ein "offenes Ohr" für die Belange der Bürger.

    Nur - den Elefanten bringt es nicht wieder.

Kommentar 4/7

  • Betreff
    Blauer Elefant
    Datum
    17.10.2010, 18:53 Uhr
    Autor
    Helmuth H. Arning
    Text
    Hallo Silke,
    es ist leider in der heutigen Zeit so, dass das Machtgehabe vieler über das Sachinteresse liegt. Wo kommen wir denn hin,aus der Sicht der Politik, wenn der gemeine Bürger unsere Entscheidung beeinflussen kann.Andererseits muß auch fairerweise gesagt werden, ein marodes Denkmal der Bevölkerung zugänglich machen, bedeutet auch ein Gefahrenpotential, welches sicherlich nicht der Bürger, sondern die Gemeinde übernehmen müßte.Es hätte sich angeboten, anstatt der gefällten Bäume auf der Insel des Ellernteiches, ein Denkmal für alle "Oldies" zu errichten. Er,der Blaue Elefant, wäre ewig seinem Heimatstandort nahe gewesen und hätte keinem geschadet.
    In diesem Sinne, auf die alte Zeit, wo alles noch stilvoller war.

Kommentar 3/7

  • Betreff
    Der Elefant ist tot
    Datum
    16.10.2010, 22:24 Uhr
    Autor
    Eva Staschen
    Text
    Unfassbar-, weg mit Erinnerungen, weg mit Bäumen, alles
    unfreundlich anzusehen, so kahl und nüchtern im Residenzort - auch der Kögel-Wilms-Platz!


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